© Südostbayerischer Brennerverband
Generalversammlung 2016
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Um Sein oder Nichtsein des 700 Mitglieder zählenden Südostbayerischen Verbandes der Obst- und Kleinbrenner (SOB) ging es bei der Jahresversammlung in Irschenberg: Bei nur ganz wenigen Gegenstimmen wurde nach hitziger Debatte einer Anhebung der Mitgliedsbeiträge um mehr als 200 Prozent zugestimmt. Wäre das nicht geschehen, hätte der Verband womöglich noch heuer Insolvenz anmelden müssen.In die prekäre finanzielle Lage kam die Organisation der Obstbrenner in Altbayern nicht etwa wegen Misswirtschaft oder einer zu großzügigen Ausgabenpolitik; vielmehr ist sie auf eine Neuorganisation der Verbandsarbeit zurückzuführen. Vor zwei Jahren hatte Geschäftsführer Josef Stein sein Amt niedergelegt. Stein ist Kreisfachberater für Gartenbau und Landespflege am Landratsamt Rosenheim und hat mit Zustimmung seines Dienstherrn die Belange der Brenner über viele Jahre vertreten. Nach seinem Ausscheiden stellte der SOB mit Zustimmung der Mitglieder eine Geschäftsführerin ein, um seine bisherigen Leistungen in gleichem Umfang erfüllen zu können wie bis dahin.

Büro im „Grünen Zentrum“ Töging

Personalkosten und Büromiete für die Geschäftsführung des Verbandes im „Grünen Zentrum“ in Töging am Inn betragen über 20000 Euro jährlich; die Einnahmen aus Beiträgen liegen bei knapp 17000 Euro, wovon ein Teil an den Bundesverband abgeführt werden muss. So ergab sich nach Angaben von Kassier Christian Stocker allein 2015 ein Minus von über 10000 Euro, das aus den Rücklagen gedeckt wurde. Zum Jahreswechsel hatte man nur noch knapp 4000 Euro auf der hohen Kante. In die jetzt beschlossene Erhöhung der Beiträge von 25 auf 65 Euro pro Jahr ist auch eingerechnet, dass nach Wegfall des Branntwein-monopols zum Jahresbeginn 2018 viele Brenner ihren Betrieb schließen und dann vermutlich auch aus dem Verband austreten werden. SOB-Vorsitzender Andreas Franzl, Geschäftsführerin Andrea Westenthanner und Franz Donauer, der viele Jahre Ansprechpartner der Brenner im Bayerischen Landwirtschaftsministerium gewesen ist, warben für die Beitragserhöhung und zählten die Leistungen auf, die der Verband für die Mitglieder erbringt. Auch Franzls Vorgänger Christian Eder brach eine Lanze für den Verband und für den von der Vorstandschaft eingeschlagenen Weg. Bei der Abstimmung war die Zahl der Gegner einer Erhöhung und jener, die sich der Stimme enthielten im einstelligen Bereich – bei rund 200 Versammlungsteilnehmern.Weil noch nicht abzusehen ist, wieviele Mitglieder tatsächlich austreten werden, will man bei der Jahreshauptversammlung in zwei Jahren alle Zahlen auf den Tisch legen und dann gegebenenfalls neu über den Beitrag entscheiden. Die entscheidende Frage für den Vorsitzenden ist dabei, mit wievielen Beitragszahlern man ab dem Jahr 2018 kalkulieren kann. In der Diskussion kam auch zum Ausdruck, dass man jenen Mitgliedern, die das Brennen nur als Hobby betreiben und die nur wenig produzieren, ein Verbleiben im Verband ermöglichen sollte. Für den ehemaligen Vorsitzenden Christian Eder war klar: „Entweder wir sagen zur Erhöhung ja, oder der Verband muss aufhören.“ Dem folgten die Mitglieder in der von Franz Donauer geleiteten Abstimmung.

Heuer wieder Prämierung

Neben diesem alles beherrschenden Thema ging es auch um die Bayerische Obstbrandprämierung, die alle zwei Jahre stattfindet und 2014 erstmals vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium mitveranstaltet worden ist. Neben dem SOB  gibt es im Freistaat zwei weitere Brennerverbände: den im Bereich Lindau am Bodensee und den in Franken, wovon Letzterer bisher alljährlich eine eigene Prämierung abhielt. Nun hat das Ministerium erreicht, dass die Franken ihre Prämierung nur noch alle zwei Jahre abhalten, wenn kein gesamtbayerischer Qualitätswettbewerb stattfindet. Ziel ist es, nur noch eine bayerische Prämierung zu veranstalten.Außerdem zielt die staatliche Förderung darauf ab, die gemeinsame Dachmarke BayernBrand stark zu machen. Sie ist schon heute präsent – sei es auf dem jährlichen Genussfestival auf dem Münchner Odeonsplatz oder zum Beispiel beim Hoffest, das jedes Jahr im Schmuckhof des Landwirtschaftsministeriums in München stattfindet. Heuer werden die Brenner auch wieder beim Zentrallandwirtschaftsfest auf der Münchner Theresienwiese die besten bayerischen Obstbrände vorstellen.

Fortbildung und Brennerstammtische

Der SOB bot seinen Mitgliedern im vergangenen Jahr ein umfangreiches Fortbildungsprogramm an, das heuer in gleichem Umfang vorgesehen ist. Das gilt auch für die Lehrfahrten und die regionalen Brennerstammtische. Sie finden in vierteljährlichem Turnus in Gaißach, Feilnbsch und Traunstein statt und werden sehr gut angenommen. An der Versammlung in Irschenberg nahmen einige neue Mitglieder teil, die sich nach Besuch dieser Stammtische entschlossen haben, dem Verband beizutreten. Geschäftsführerin Andrea Westenthanner berichtete, dass im Jahr 2015 alle Fortbildungsveranstaltungen ausgebucht gewesen seien. Man wolle sie im gleichen Umfang auch heuer anbieten. Neben Brenn- und Likörkursen sowie  Sensorikseminaren hielt man auch einen Kurs zum Thema Filtration. Heuer geht es in den Praxiskursen um das Reinigen der Brennerei, um die Holzfasslagerung von Obstbränden und um steuerrechtliche Fragen für Brenner. Die  Lehrfahrt führt vom 3. bis 5. Juni an den Kaiserstuhl und ins Elsass. Über die Auswirkungen und Folgen nach Wegfall des Branntweinmonopols informierte der Geschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Obst- und Kleinbrenner, Gerald Erdrich. Er hoffe auf eine Renaissance der Obstbrände und darauf,  dass nicht nur Gin, Rum und Whisky den Ton angeben: „Wenn endlich die Barkeeper anfangen würden, Obstbrände für Cocktails zu verwenden, wäre dieses Ziel erreicht“. Andreas Franzl hatte eingangs in seinem Jahresbericht betont, die Verbandsarbeit solle kontinuierlich sein: „Man kann sich nicht jedes Jahr neu erfinden.“ Dreh- und Angelpunkt sei dabei das Büro der Geschäftsführerin in Töging, das am Montag und Donnerstag besetzt ist. Franzl betonte, eine professionelle Geschäftsführung sei absolut notwendig. Dass der eingeschlagene Weg wohl richtig sei, zeige sich daran, dass sein Verband als einziger in Bayern die Mitgliederzahl leicht steigern konnte. Nicht zuletzt dank des Engagements des SOB gebe es in Bayern neue Richtlinien für die Förderung, die anderen Ländern als Vorbild dienen. Es gebe allerdings noch viel zu tun. Bei 55 Beratungen war das Ergebnis, dass nur drei Betriebe förderfähig waren. „Es scheiterte an merkwürdigen Ausführungsbestimmungen“, beklagte Franzl. Man sei deshalb gefordert, auf politischer Ebene tätig zu werden. „Die Förderung sollte einer Zukunftsorientierung nicht im Wege stehen.“ Der Vorsitzende wies auch darauf hin, dass derzeit in Weihenstephan der 6. Ausbildungskurs für Edelbrandsommeliers stattfindet. Wie alle anderen zuvor sei er ausgebucht. Die Ausbildung wurde auf Initiative des SOB ins Leben gerufen und wird jetzt vom Verein der Bayerischen Edelbrandsommeliers und den drei Bayerischen Obstbrennerverbänden federführend begleitet. Mit dieser Ausbildung stelle sich das Interesse für Obstbrände auf eine breitere Basis.Als einen Meilenstein in der Zukunftssicherung bezeichnete Franzl die Einrichtung der Stelle eines Brennereiberaters in Veitshöchheim. Die Stelle sei „offensiv, marktorientiert und qualitätsbetont“ ausgerichtet.                 Klaus Oberkandler

Obstbrenner stehen zu ihrem Südostbayerischen Verband

Mehrheit für Beitragserhöhung um über 200 Prozent – Heuer wieder Prämierung

die Geschäftsführerin des Südostbayerischen Verbandes der Obst und Kleinbrenner früher im Bayerischen Landwirtschaftsministerium für die Belange der Brenner zuständig, erläuterte als Außenstehender die Notwendigkeit der Beitragserhöhung und leitete die Abstimmung, in der sich eine große Mehrheit der Mitglieder für die Erhöhung von 25
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Generalversammlung 2016
Um Sein oder Nichtsein des 700 Mitglieder zählenden Südostbayerischen Verbandes der Obst- und Kleinbrenner (SOB) ging es bei der Jahresversammlung in Irschenberg: Bei nur ganz wenigen Gegenstimmen wurde nach hitziger Debatte einer Anhebung der Mitgliedsbeiträge um mehr als 200 Prozent zugestimmt. Wäre das nicht geschehen, hätte der Verband womöglich noch heuer Insolvenz anmelden müssen.In die prekäre finanzielle Lage kam die Organisation der Obstbrenner in Altbayern nicht etwa wegen Misswirtschaft oder einer zu großzügigen Ausgabenpolitik; vielmehr ist sie auf eine Neuorganisation der Verbandsarbeit zurückzuführen. Vor zwei Jahren hatte Geschäftsführer Josef Stein sein Amt niedergelegt. Stein ist Kreisfachberater für Gartenbau und Landespflege am Landratsamt Rosenheim und hat mit Zustimmung seines Dienstherrn die Belange der Brenner über viele Jahre vertreten. Nach seinem Ausscheiden stellte der SOB mit Zustimmung der Mitglieder eine Geschäftsführerin ein, um seine bisherigen Leistungen in gleichem Umfang erfüllen zu können wie bis dahin.

Büro im „Grünen Zentrum“ Töging

Personalkosten und Büromiete für die Geschäftsführung des Verbandes im „Grünen Zentrum“ in Töging am Inn betragen über 20000 Euro jährlich; die Einnahmen aus Beiträgen liegen bei knapp 17000 Euro, wovon ein Teil an den Bundesverband abgeführt werden muss. So ergab sich nach Angaben von Kassier Christian Stocker allein 2015 ein Minus von über 10000 Euro, das aus den Rücklagen gedeckt wurde. Zum Jahreswechsel hatte man nur noch knapp 4000 Euro auf der hohen Kante. In die jetzt beschlossene Erhöhung der Beiträge von 25 auf 65 Euro pro Jahr ist auch eingerechnet, dass nach Wegfall des Branntwein-monopols zum Jahresbeginn 2018 viele Brenner ihren Betrieb schließen und dann vermutlich auch aus dem Verband austreten werden. SOB-Vorsitzender Andreas Franzl, Geschäftsführerin Andrea Westenthanner und Franz Donauer, der viele Jahre Ansprechpartner der Brenner im Bayerischen Landwirtschaftsministerium gewesen ist, warben für die Beitragserhöhung und zählten die Leistungen auf, die der Verband für die Mitglieder erbringt. Auch Franzls Vorgänger Christian Eder brach eine Lanze für den Verband und für den von der Vorstandschaft eingeschlagenen Weg. Bei der Abstimmung war die Zahl der Gegner einer Erhöhung und jener, die sich der Stimme enthielten im einstelligen Bereich – bei rund 200 Versammlungsteilnehmern.Weil noch nicht abzusehen ist, wieviele Mitglieder tatsächlich austreten werden, will man bei der Jahreshauptversammlung in zwei Jahren alle Zahlen auf den Tisch legen und dann gegebenenfalls neu über den Beitrag entscheiden. Die entscheidende Frage für den Vorsitzenden ist dabei, mit wievielen Beitragszahlern man ab dem Jahr 2018 kalkulieren kann. In der Diskussion kam auch zum Ausdruck, dass man jenen Mitgliedern, die das Brennen nur als Hobby betreiben und die nur wenig produzieren, ein Verbleiben im Verband ermöglichen sollte. Für den ehemaligen Vorsitzenden Christian Eder war klar: „Entweder wir sagen zur Erhöhung ja, oder der Verband muss aufhören.“ Dem folgten die Mitglieder in der von Franz Donauer geleiteten Abstimmung.

Heuer wieder Prämierung

Neben diesem alles beherrschenden Thema ging es auch um die Bayerische Obstbrandprämierung, die alle zwei Jahre stattfindet und 2014 erstmals vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium mitveranstaltet worden ist. Neben dem SOB  gibt es im Freistaat zwei weitere Brennerverbände: den im Bereich Lindau am Bodensee und den in Franken, wovon Letzterer bisher alljährlich eine eigene Prämierung abhielt. Nun hat das Ministerium erreicht, dass die Franken ihre Prämierung nur noch alle zwei Jahre abhalten, wenn kein gesamtbayerischer Qualitätswettbewerb stattfindet. Ziel ist es, nur noch eine bayerische Prämierung zu veranstalten.Außerdem zielt die staatliche Förderung darauf ab, die gemeinsame Dachmarke BayernBrand stark zu machen. Sie ist schon heute präsent – sei es auf dem jährlichen Genussfestival auf dem Münchner Odeonsplatz oder zum Beispiel beim Hoffest, das jedes Jahr im Schmuckhof des Landwirtschaftsministeriums in München stattfindet. Heuer werden die Brenner auch wieder beim Zentrallandwirtschaftsfest auf der Münchner Theresienwiese die besten bayerischen Obstbrände vorstellen.

Fortbildung und Brennerstammtische

Der SOB bot seinen Mitgliedern im vergangenen Jahr ein umfangreiches Fortbildungsprogramm an, das heuer in gleichem Umfang vorgesehen ist. Das gilt auch für die Lehrfahrten und die regionalen Brennerstammtische. Sie finden in vierteljährlichem Turnus in Gaißach, Feilnbsch und Traunstein statt und werden sehr gut angenommen. An der Versammlung in Irschenberg nahmen einige neue Mitglieder teil, die sich nach Besuch dieser Stammtische entschlossen haben, dem Verband beizutreten. Geschäftsführerin Andrea Westenthanner berichtete, dass im Jahr 2015 alle Fortbildungsveranstaltungen ausgebucht gewesen seien. Man wolle sie im gleichen Umfang auch heuer anbieten. Neben Brenn- und Likörkursen sowie  Sensorikseminaren hielt man auch einen Kurs zum Thema Filtration. Heuer geht es in den Praxiskursen um das Reinigen der Brennerei, um die Holzfasslagerung von Obstbränden und um steuerrechtliche Fragen für Brenner. Die  Lehrfahrt führt vom 3. bis 5. Juni an den Kaiserstuhl und ins Elsass. Über die Auswirkungen und Folgen nach Wegfall des Branntweinmonopols informierte der Geschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Obst- und Kleinbrenner, Gerald Erdrich. Er hoffe auf eine Renaissance der Obstbrände und darauf,  dass nicht nur Gin, Rum und Whisky den Ton angeben: „Wenn endlich die Barkeeper anfangen würden, Obstbrände für Cocktails zu verwenden, wäre dieses Ziel erreicht“. Andreas Franzl hatte eingangs in seinem Jahresbericht betont, die Verbandsarbeit solle kontinuierlich sein: „Man kann sich nicht jedes Jahr neu erfinden.“ Dreh- und Angelpunkt sei dabei das Büro der Geschäftsführerin in Töging, das am Montag und Donnerstag besetzt ist. Franzl betonte, eine professionelle Geschäftsführung sei absolut notwendig. Dass der eingeschlagene Weg wohl richtig sei, zeige sich daran, dass sein Verband als einziger in Bayern die Mitgliederzahl leicht steigern konnte. Nicht zuletzt dank des Engagements des SOB gebe es in Bayern neue Richtlinien für die Förderung, die anderen Ländern als Vorbild dienen. Es gebe allerdings noch viel zu tun. Bei 55 Beratungen war das Ergebnis, dass nur drei Betriebe förderfähig waren. „Es scheiterte an merkwürdigen Ausführungsbestimmungen“, beklagte Franzl. Man sei deshalb gefordert, auf politischer Ebene tätig zu werden. „Die Förderung sollte einer Zukunftsorientierung nicht im Wege stehen.“ Der Vorsitzende wies auch darauf hin, dass derzeit in Weihenstephan der 6. Ausbildungskurs für Edelbrandsommeliers stattfindet. Wie alle anderen zuvor sei er ausgebucht. Die Ausbildung wurde auf Initiative des SOB ins Leben gerufen und wird jetzt vom Verein der Bayerischen Edelbrandsommeliers und den drei Bayerischen Obstbrennerverbänden federführend begleitet. Mit dieser Ausbildung stelle sich das Interesse für Obstbrände auf eine breitere Basis.Als einen Meilenstein in der Zukunftssicherung bezeichnete Franzl die Einrichtung der Stelle eines Brennereiberaters in Veitshöchheim. Die Stelle sei „offensiv, marktorientiert und qualitätsbetont“ ausgerichtet.                 Klaus Oberkandler

Obstbrenner stehen zu ihrem Südostbayerischen Verband

Mehrheit für Beitragserhöhung um über 200 Prozent – Heuer wieder Prämierung

die Geschäftsführerin des Südostbayerischen Verbandes der Obst und Kleinbrenner früher im Bayerischen Landwirtschaftsministerium für die Belange der Brenner zuständig, erläuterte als Außenstehender die Notwendigkeit der Beitragserhöhung und leitete die Abstimmung, in der sich eine große Mehrheit der Mitglieder für die Erhöhung von 25